Was tun bei Hackerbefall?

Am 6. Oktober war eine meiner Websites weg. Nicht kaputt, weg.

Der Aufruf von dachtraffic.de ergab eine nackte Fehlerseite des Servers. Keine Startseite, kein Bild, keine Stilvorlage.

Einen Tag vorher hatte es auf einer anderen Domain angefangen, kleiner: Dort fehlte der Ordner mit den Stilvorlagen. Die Seite kam noch, aber ohne jede Gestaltung.

Die nächtliche Sicherung meines Anbieters, wenige Stunden alt, enthielt noch alles.

Die erste Frage ist nicht „wer“, sondern „was genau“

Der Reflex ist, sofort alles neu hochzuladen. Das ist verständlich und verschenkt die einzige Spur, die man hat.

Ich habe deshalb zuerst von außen gemessen, Adresse für Adresse. Ein Ordner, den es gibt, antwortet mit 403: „da, aber nicht zum Durchblättern“. Ein Ordner, den es nicht gibt, antwortet mit 404.

Der Unterschied sagt alles. Bei der einen Domain antwortete der Ordner mit 403 und die Datei darin mit 404: Der Ordner stand noch, der Inhalt war weg. Bei der anderen antwortete jeder Ordner mit 404: Dort war nichts mehr.

Was ich ausschließen konnte, bevor ich etwas anfasste

Damit blieb genau eine Erklärung: Das Verzeichnis war leer.

Die Wiederherstellung dauerte Minuten

Und an dieser Stelle wird es zur Geschichte über digitales Eigentum.

Was eine 4digEt-Website ist

Ein Ordner mit Dateien. PHP, HTML, CSS und JSON. Nichts davon liegt in einer Datenbank.

Dieselben Dateien liegen auf meinem Rechner, in meinem Übergabeordner und auf dem Server.

Was die Wiederherstellung war

Ein Ordner hochladen. Fertig. Keine Datenbank einspielen, kein Export, keine Fassungsstände, die zueinander passen müssen.

Die laufenden Daten liegen außerhalb des Docroots und waren nie betroffen.

Was es sonst gewesen wäre

Bei einem System mit Datenbank sind es zwei Wiederherstellungen, die zusammenpassen müssen: Dateien und Datenbank, beide vom selben Zeitpunkt.

Passt der Zeitpunkt nicht, hat man eine Website, die startet und falsche Inhalte zeigt.

Die Reihenfolge, die ich empfehle

Nicht aus einem Lehrbuch, sondern aus diesem Fall.

Nicht jeder Verlust ist ein Angriff

Ich weiß bis heute nicht sicher, was es war. Ein abgebrochener Upload kann Dateien kosten, ein Fehler in der Serververwaltung auch.

Was mich aufhorchen lässt, ist das Muster: zweimal an zwei Tagen, und beide Male war oben weniger, als unten vorhanden war.

Deshalb prüfe ich jetzt regelmäßig, was auf dem Server liegt, und vergleiche es mit dem, was dort liegen soll. Nicht nur, was fehlt, sondern auch, was zu viel ist.

Was ich daraus mitgenommen habe

Und wenn es dich trifft

Die unangenehmste Frage bei einem Vorfall ist nicht „wer war das“, sondern „wie komme ich zurück“.

Wer seine Website als Ordner mit lesbaren Dateien besitzt, beantwortet sie mit einem Upload. Wer sie gemietet hat, beantwortet sie mit einem Support-Ticket.

Genau das meine ich mit digitalem Eigentum. Mehr dazu auf der Startseite.